Begleitetes Fahren (bF17)

Ab dem 19.04.2004 konnten sich in den ersten Modellregionen die Jugendlichen bei den Fahrschulen für das "Begleitete Fahren ab 17 Jahren" anmelden. Hierbei muss vorher bei den Führerscheinstellen ein Antrag auf eine Ausnahmegenehmigung gestellt werden. Die Erziehungsberechtigten müssen zustimmen, nur sie können begleiten!

Die Bedingungen

Fahrer: Ausbildung und Prüfung wie bisher, aber ab dem 1. Monat vor dem 17. Lebensjahr ist eine praktische Prüfung möglich. Es muss bei der Führerscheinstelle eine Ausnahmegenehmigung beantragt werden.

Einschränkung der Fahrerlaubnis auf Fahren im Beisein einer Begleitperson ab 30 Jahren, welcher selbst im Besitz einer gültigen Fahrerlaubnis ist. Geltungsbereich ist Deutschland.

Freiwillige fahrpädagogische Betreuung.

Beifahrer: Personen ab 30 Jahren, welche die letzten 5 Jahre durchgängig im Besitz einer gültigen Fahrerlaubnis sind und nicht mehr als 3 Punkte in Flensburg haben, können Begleitpersonen sein.

Während der Fahrt müssen Fahrer und Begleitperson nüchtern sein.

Die Teilnahme an einer 90-minütigen Einweisung ist nicht verpflichtend, wird aber von uns empfohlen. Hier werden Hintergründe und Rollenverteilung detailliert besprochen.

Hintergrund: Es geht um die Sicherheit von Fahranfängern. Fahranfänger sind die Risikogruppe Nummer Eins auf der Straße. Anfänger sind auch nach dem Führerscheinerwerb eher mit der Suche nach dem Scheibenwischer und dem richtigen Gang beschäftigt, als mit den Straßenverhältnissen. Hier setzt das Konzept des begleiteten Fahrens an. Statt die Fahrer allein zu lassen, soll ein Partner an der Seite Tipps und Hinweise geben, eigene Erfahrungen weitergeben.

Ziele: Vorausschauendes Fahren lernen. In kritischen Situationen sitzt jemand an der Seite, der diese Gefahr bereits frühzeitig erkennen kann. Einfach mehr Sicherheit vermitteln. Wer ruhiger fährt, der fährt auch besser!

Sanktionen: Fährt der Jugendliche allein oder nicht mit seinen Erziehungsberechtigten, wird ein Bußgeld von 50 Euro und ein Punkt im Verkehrszentralregister fällig.

Dies führt automatisch zu einem Widerruf der Ausnahmegenehmigung.

Der Jugendliche muss dann bis zum 18. Lebensjahr warten, bis er seinen Führerschein ausgehändigt bekommt.

In besonders schweren Fällen wird überprüft, ob die Fahrerlaubnis entzogen werden muss. Dies könnte zum Beispiel bei "Diskotouren" der Fall sein.

Gibt sich ein Begleiter als Erziehungsberechtigter aus, werden für diesen ebenfalls 50 Euro Bußgeld und ein Punkt in Flensburg fällig.